Anne Frank

Annelies Marie Frank, genannt Anne, wurde am 12. Juni 1929 als zweite Tochter von Otto Heinrich Frank und Edith Frank-Holländer in Frankfurt am Main geboren. Als es nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten zu ersten antisemitischen Maßnahmen kam, entschloss sich die jüdische Familie Frank, ins niederländische Amsterdam zu flüchten. Dort leitete Otto Frank ab 1933 die Filiale der deutschen Firma Opekta. 1938 gründete er zusammen mit dem Fleischer Hermann van Pels, der mit seiner ebenfalls jüdischen Familie aus Osnabrück geflohen war, eine zweite Firma namens Pectacon, die Gewürze verkaufte.

In Amsterdam verbrachte Anne zunächst einige glückliche und unbeschwerte Jahre. Ihre Familie wohnte in einem Mehrfamilienhaus am damaligen Südrand von Amsterdam. Viele jüdische Familien, die aus Deutschland geflüchtet waren, ließen sich in dieser Gegend nieder. Seit 1935 besuchte Anne die Montessori-Schule in der Nierstraat. Dort lernte sie gleich am ersten Tag ihre beste Freundin Hanna „Hanneli“ Goslar kennen. In Annes Klasse gingen insgesamt 13 jüdische Kinder. Die anderen Schülerinnen und Schüler gehörten anderen Glaubensrichtungen an.

Am 10. Mai 1940 wurden die Niederlande von der deutschen Wehrmacht besetzt. Von nun an waren Jüdinnen und Juden auch in Amsterdam nicht mehr sicher. Daher richtete Otto Frank im Hinterhaus der Firma Opekta in der Prinsengracht 263 ein Versteck ein. Im Sommer 1942 bat er seine Mitarbeiterin Miep Gies, seine Familie beim Untertauchen zu unterstützen, und sie stimmte sofort zu. Eine Woche, nachdem sich die Familie Frank versteckt hatte, traf die befreundete Familie van Pels im Hinterhaus ein. Zuletzt zog im November 1942 Fritz Pfeffer, ein Bekannter von Otto Frank und Miep Gies, ein. Von da an teilte sich Anne ihr Zimmer mit ihm. Die Helfer teilten die Aufgaben unter sich auf, um die Familien bestmöglich zu versorgen. Miep Gies erledigte die Einkäufe. Mit zunehmender Dauer des Krieges verschlechterte sich die Lebensmittelversorgung immer mehr und es wurde immer schwerer, für so viele Menschen einzukaufen und dabei nicht aufzufallen.

Am Freitag, dem 04. August 1944, endete die Zeit im Hinterhaus. Die acht Untergetauchten wurden verraten, verhaftet und in verschiedene Konzentrationslager deportiert. Otto Frank überlebte als einziger. Anne Frank und ihre Schwester Margot starben wenige Wochen vor Ende des Zweiten Weltkrieges im KZ Bergen-Belsen infolge der unmenschlichen Lagerbedingungen.

Miep Gies und ihre Kollegin Bep Voskuijl hatten dafür gesorgt, dass das Tagebuch von Anne in Sicherheit gebracht worden war. Nach Kriegsende übergab Miep Gies das Tagebuch an Otto Frank, als dieser über den Tod seiner Töchter informiert wurde.

Schau das Video „Das kurze Leben der Anne Frank“ auf:
https://www.annefrank.org/de/bildungsarbeit/product/132/video-das-kurze-leben-der-anne-frank/

Alle Fotos: (c) Bildersammlung Anne-Frank-Haus Amsterdam